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Kurs: Internet/Intranet technische Kommunikation im Internet Inet-Kurs (INHALT) Hypertext Markup Language
Dienste des Internet

5.1Aufbau einer Internetadresse (Uniform Resource Identifier)
  • Zunächst sollte der Unterschied zwischen:
    - UniformResourceIdentifier (URI)
    - UniformResourceNames (URN)
    - UniformResourceLocator (URL) bekannt sein
     
    • Vor 1984 (ohne DNS-Dienst) wurden Resourcen mit "Protokoll://IP-Adresse:Port" angesprochen
      Eine Migration (z.B. Serverumzug) oder Lastverteilung war problematisch
    • Heute identifizieren URI´s eine Resource nach:
      1. ihrer Lage des Servers im Internet (URL), wobei eine URL mit FQDN (Rechnername) o. IP-Adr. Angabe ebenfalls migrationsproblematisch ist
        - Protokoll://user:pw@FQDN
        - Protokoll://FQDN:Port/Pfad/Datei.ext?query-string
      2. oder über eine eindeutige Zuweisung eines abstrakten Namens (URN)
        - Der Name bleibt solange konstant, bis sich die Resource ändert
        - z.B. die ISBN-Nr. bei Büchern (urn:isbn) wie ISBN: 3-7723-7194-9 für das linuxbu.ch
        - z.B. ein sicherer Hash-Algorithmus (urn:sha1) mit "openssl sha1 datei" erzeugt
    • Auch die RFC´s von 1994 und 1998 zeigen URI ist nicht gleich URI ;-)
      - Universal Resource Identifiers -> http://www.ietf.org/rfc/rfc1630.txt
      - Uniform Resource Identifiers -> http://www.ietf.org/rfc/rfc2396.txt
5.2Grundfunktionen und Dienste des Internet

5.3Die Maildienste
  • Die Maildienste (smtp, pop3 und imap4)
    smtp (Simple Mail Transfer Protocol)
    - zum Mails versenden (vom Client zum Server)
    - zur Mailweiterleitung (von einem Mailserver zum Nächsten)
    pop3 (Post Office Protocol)
    - zum Mailbox lesen
    - nur eine Inbox mit der Standardabfolge: Mails lesen, Mails remote löschen
    imap4 (Internet Message Access Protocol)
    - zum Mailbox lesen, schreiben und erweitern
    - es sind  mehrere Ordner in der "remote" Mailbox möglich
  • Mailverschl├╝sselung siehe: ikurs11.htm#n11
  • Goldene Regeln für schlechte E-Mails (witzig gemacht, aber doch ernst zu nehmen)
    - http://www.kasper-online.de/goldmail/goldmail.htm
  • Problem firmenspezifischer Mailserverprotokolle
    - Ein MS-Exchange-Server spricht MAPI (mit einem Outlook-Client)
    - Ein Lotus-Domino-Server stellt die Groupware-Funktionen nur einem Lotus-Notes-Client zur Verfügung
5.4Wann entstand welcher Internet-Dienst
1972
SMTP
  • Simple Mail Transfer Protocol
    Protokoll zum Versenden von E-Mails über Mail-Relay-Internet zum Mail-Server
    Empfang vom Mailserver über PostOfficeProtocol3 oder InternetMessageAccessProtocol
  • Ray Tomlinson führte den Klammeraffen @ als Teil der User-Adressen ein
    (weil er das Zeichen auf seinem 33-Tasten-Keyboard kaum benötigte)
1973
Telnet
  • Zeichenorientierter Terminalbetrieb per Remote Login (z.B. VT100)
1973
FTP
  • Der File Transfer Protocol-Dienst erfordert, daß Benutzer sich zuerst anmelden, um den Dienst verwenden zu können. Nach der Anmeldung können die Benutzer dann die mit FTP zur Verfügung gestellten Verzeichnisse durchsuchen, Dateien auf die FTP-Site zu kopieren und andere FTP-Befehle auszuführen. FTP-Clients sind (mit geringem Leistungsumfang) im Browser integriert.
1979
NNTP
  • Network News Transfer Protocol zur Nutzung des USErs-NETwork (Diskussionsforen)
    Austauschprotokoll für News-Artikel.
  • In unmoderierten Newsgruppen können Artikel direkt (ohne posten) veröffentlicht werden
    Artikel eines Themas werden als Threads (Fäden) angezeigt
  • Große Foren sind z.B.  comp(uting), misc(ellaneous), news, rec(reation), sci(ence), soc(iology) und talk
1981
ICS
  • Der Internet Clock Service diente der Synchronisierung von Computer-Uhren über ICMP
    ICS wurde 1985 durch das Network Time Protocol abgelöst
1984
DNS
  • Das Domain Name System bzw. die DNS-Server (benötigen bis 8% der Netzbandbreite)
    Einteilung eines FQDN
    Top-Level-Domain de (com, edu, gov, mil, org, net u. int)
    Domain(2. Level) firma
    Subdomain(3. Level) pdb
    Maschinenname intrahost

    Der Befehl dig | nslookup | host an der Eingabeaufforderung übersetzt den FQDN/Host-Name -> IP-Adr.

1984
POP
  • POP: Das Post Office Protocol
    - Es wurde ursprünglich in der RFC-918 (Oktober 1984) beschrieben.
    - Derzeitige Version ist POP3 (RFC-1725)
1985
NTP
  • Das Network Time Protocol basiert auf dem Internet Clock Service von 1981
    - NTP dient der Synchronisierung von Computer-Uhren über (UDP o. TCP)
    - Dabei ist die transportierte Zeitgabe (dank Marzullo-Algorithmus von Keith Marzullo mit einer UTC-Zeitskala) kaum transportzeitabhängig
    - NTPv4 kann über das öffentliche Internet die Systemzeit mit einer Genauigkeit von 10 Millisekunden ermitteln
      In lokalen Netzwerken sind Genauigkeiten < 0.2 ms möglich
1986
IMAP
  • Das Internet Message Access Protocol
    - IMAP wurde von der Stanford Universität entwickelt und erst im Juli 1988 in der RFC-1064 dokumentiert
    - die derzeitige Version ist IMAP4 (RFC-1730)
1990
HTTP
  • Hypertext Transfer Protocol (für die Client-Server Kommunikation im WWW) 
      Vor dem Verbindungsaufbau wird die IP-Adresse über DNS ermittelt, dann erfolgt der Wechsel zu HTTP
    1. Verbindungsaufbau
    2. Request am HTTP-Server über Port 80 (GET)
    3. Response HTML-Datei wird gesendet
    4. Verbindungsabbau (http 1.0)
        Grafiken, Applets usw. wurden über neue Verbindungen (1-4) geladen
1990
Archie
  • Datenbank für anonymous-FTP-Server (Programme usw.)
1991
Gopher
  • Der Gopherspace wurde an der University of Minnesota entwickelt.
  • Zur Dokumentensuche im Gopherspace wurde Veronica verwendet.
1991
WAIS
  • Die Thinkink Machines Corporation führt den Wide Area Information Service ein die Texte in mehreren Datenbanken des Gopherspace sucht (z.B. NASA jupiter gif). Clients wie WinWais oder Mosaic konnten WAIS-Sourcen direkt anzeigen
1992
  • Das Such-Werkzeug Veronica (für den Gopherspace) wird freigegeben
1988
IRC
  • Internet Relay Chat (Onlinediskussion)
    Ein IRC-Server nimmt Kommandos u. Texte entgegen u. verteilt sie an seine IRC-Clients
    IRC-Server
    - http://irc.fu-berlin.de/ircmap.html
    IRC-Kanäle
    - http://irc.fu-berlin.de/kanaele.html
    Allg. Infos zum IRC
    - http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Relay_Chat
    In einigen IRC-Client Programmen wird mit /help [befehl] eine Befehlsübersicht angezeigt
    - wichtige Befehle: /join #kanal, leave [#kanal] [Abschiedstext], /query nickn, /quit
    - weitere Befehle: /away [essen], /whois nickn, /dcc send daten.txt nick, /ignore nickn, /invite nickn
    - ChanOps Befehle: /kick nickn [Begründung], /ban nickn, /mode #kanal +0 newOPnickn, /mode #kanal +m
1993
LDAP
  • Lightweight Directory Access Protocol bzw. Lightweight Directory Service
    - Verzeichnisdienst mit Internet-Benutzer-Infos (z.B. für Mailzertifikate, Videokonferenzen)
    - Erste Implementation 1993 an der Universität von Michigan.
      z.B. ldap.four11.com, ldap.infospace.com, ldap.whowere.com und ldap.bigfoot.com
  • Public LDAP Servers
    - http://www.keutel.de/directory/public_ldap_servers.html 
FSP
  • Das File Service Protocol erlaubt Downloads mit Unterbrechung (per UDP)
    FSP-Programme stehen in erster Linie unter UNIX zur Verfügung
1982
Whois
  • Datenbankdienst der über einen Whois-Client Abfragen übers Netz erlaubt
1996
Webdav
  • 1996 suchte Jim Whitehead (mit dem W3C und Xerox) nach einer Möglichkeit das Web zur Softwareentwicklung zu benutzen.
    1997 kamen die Firmen Microsoft, Novell und Netscape hinzu.
    1998 wurden die Spezifikationen (RFC2518) von der IETF akzeptiert.
             Erste Webdav-Client-Progrogramme Netscape-Composer, Konqueror, Openoffice Mozilla tauchten auf
    1999 InternetExplorer5, 2000 Novell Netware5.1, 2001 MacOS X (iDisk) mit WebDav Unterstützung.


Meinolf Mühlenjost 2018 technische Kommunikation im Internet Inet-Kurs (INHALT) Hypertext Markup Language